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Elenovski

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Der emotionale Rucksack: Wie wir mit ungesunden Gefühlen aufräumen
Vivian Dittmar

Auf der Reise zu seinen Emotionen

— feeling smile
Der emotionale Rucksack: Wie wir mit ungesunden Gefühlen aufräumen - Vivian Dittmar
„Dieser Prozess ist zwar anstrengend, doch er ist gut, gesund und wichtig.“
 
Vivian Dittmar nimmt uns in ihrem Buch „Der emotionale Rucksack - Wie wir mit ungesunden Gefühlen aufräumen“ auf eine sehr wichtige Reise. Auf die Reise zu unseren unterdrückten Emotionen und Altlasten, die jedem von uns auf die eine oder andere Weise das Leben und vor allem die zwischenmenschlichen Beziehungen erschweren. Das Sachbuch ist im Mai 2018 im Kailash Verlag erschienen und versprich Heilung für alle Leser, die sich auf ihren emotionalen Rucksack einlassen.
 
Die Autorin Vivian Dittmar ist eine sehr sympathische Person, die viel Lebenserfahrung mitbringt und somit den Ratgeber auch mit vielen Beispielen aus dem eigenen Leben schmücken kann. Auf Grund der zahlreichen Beispiele aus dem Leben der Autorin aber auch aus dem alltäglichen Leben von anderen Menschen, lässt sich das Buch sehr flüssig lesen. Der Leser hat nicht das Gefühl ein Sachbuch zu lesen, sondern einen spannenden Roman, eine spannende Geschichte, die ihn am Ende zu sich selbst führt.
 
Die Gliederung zu Beginn des Buches verschafft einen sehr guten Überblick darüber was auf den Leser zukommt und macht neugierig auf diese Lektüre. Das Sachbuch ist in drei große Teile gegliedert. Zunächst nimmt Frau Dittmar unser emotionales Gepäck unter die Lupe und verdeutlicht dem Leser was genau in seinem emotionalen Rucksack steckt. Im zweiten Teil geht die Autorin auf den bewussten Umgang mit emotionalen Altlasten ein und im dritten beleuchtet sie schließlich genauer wie dieser Umgang in unserem Alltag seinen Platz findet. Im Anhang findet der Leser schließlich eine kompakte Zusammenfassung der wichtigsten Punkte.
 
Das Sachbuch wird immer wieder von praktischen Übungen verschiedenster Art aufgelockert. Zu Beginn fand ich die Aufgaben sehr abstrakt und konnte mich schwer auf diese einlassen. Doch mit dem Fortschreiten der Lektüre fiel es mir immer leichter mich auf meine innere Gefühlswelt einzulassen und die Übungen durchzuführen. Ich habe auch das Gefühl, dass diese Übungen dem Leser wirklich nützen und ihn vor allem in seinem Denken und in der Art mit seinen Emotionen umzugehen unterstützen. Diese Arbeitsaufträge führen jedoch auch dazu, dass die Reise zu seinen Emotionen kein schneller Trip wird, der sofortige Heilung verschafft. Nein der Leser sollte sich eher über einen längeren Zeitrum von Vivian und ihrem Buch begleiten lassen. Es immer wieder in verschiedenen Situationen zur Hand nehmen und sich von den Arbeitsaufträgen in seinem Alltag unterstützen lassen.
 
Ich fand es sehr gut, dass Vivian Dittmar in ihrem Buch dem Leser immer ein positives Gefühl und eine positive Lebenseinstellung vermittelt. Auch wenn man gerade von negativen Ereignissen oder Emotionen geplagt wird, das Moto der Autorin ist, dass alles gut wird, der Leser ist nicht allein. Vor allem während schwieriger Lebenslagen oder wenn negative Gedanken mich geplagt haben, hat die Lektüre mir sehr geholfen. Wer jedoch eine Wunderwaffe erwartet, die sein Alltag, seine Beziehung oder den Job sofort verändert, wird leider enttäuscht. Der Leser muss sehr viel an sich arbeiten und einen längere Reise mit seinem emotionalem Rucksack in Kauf nehmen.

 

Unglaublich unsympathische Protagonisten

— feeling confused
Alles Begehren - Ruth Jones, Julia Walther
Kaum ein Buch hat mich in letzter Zeit so wütend gemacht. Wütend auf die Rücksichtslosigkeit der Protagonisten gegenüber ihren Mitmenschen. Doch trotzdem dieses Buch bei mir negative Gefühle ausgelöst hat, kann ich es Ruth Jones hoch anrechnen, denn nicht jeder Autor schafft es den Leser so auf die Palme zu bringen. Noch nie waren mir zweit Protagonisten in einem Buch so unsympathisch, wie in Ruth Jones Roman „Alles Begehren“, der im Mai 2018 im HarperCollins Verlag erscheint.
 
Der 36 jährige Callum MacGregor und glücklich verheirateter Familienvater beginnt im Jahr 1985 eine verhängnisvolle Affäre mit der 21 jährigen Kate Andrews. Aus purer Lust wird Liebe, die vor allem die junge Kate nie überwindet. Zu allem Überfluss, wird Kate auch noch schwanger, doch Callum entscheidet sich für seine Frau Belinda, die die beiden Missetäter auf frischer Tat ertappt und Callum trotzdem verzeiht. Im Jahr 2002, siebzehn Jahre später, treffen Callum und Kate erneut auf einander und die Affäre beginnt von Neuem.
 
Die Autorin hat es geschafft, dass ich mich während des Lesens, vom ersten Kapitel an, sehr ärgern musste. Ich konnte mich einfach nicht hineinversetzen in Callum und Kate. Wie konnten sie etwas so wertvolles, das sie hatten, nämlich ihre liebenden Partner für ein Lustspiel und ihr Ego opfern. Trotz meines Ärgers musste ich einfach weiterlesen, denn ich hoffte, dass ich das Verhalten der beiden Protagonisten irgendwann nachvollziehen könnte, dass ich es irgendwann verstehen würde. Doch leider ist dieser Fall nicht eigetreten. Wohingegen mir die Nebencharaktere, Belinda, die Frau von Callum und Matt, der Mann von Kate, sehr sympathisch waren und ich mit diesen nur mitleiden konnte.
 
Die Sprachstil dieses Romanes hat mir sehr zugesagt, da die derbe Ausdrucksweise sehr die schmerzvollen Geschichte unterstrichen hat. Die kurzen Kapitel beschwingen, meiner Meinung nach, noch mehr denn Lesefluss und die einfache Sprache, ohne viel Wortmalerei, bringt das Wesentliche immer auf den Punkt und schockiert den Leser vielleicht gerade dadurch umso mehr. Das Buchcover hingegen finde ich eher zu nüchtern und schmucklos. Dunklere Farben hätte für die Umschlaggestaltung, meiner Meinung nach, besser zu dieser Geschichte gepasst.
 
Diese Buch hat starke Emotionen bei mir ausgelöst und deshalb kann ich es nur weiter empfehlen. Es bringt einen zum Nachdenken und man schätzt mehr die Beziehung, die man selber führt. Die Autorin führt dem Leser deutlich vor Augen, dass das Gras auf der anderen Seite niemals grüner ist, auch wenn es uns oft so scheint.

Lektüre für Herz und Seele

Summ, wenn du das Lied nicht kennst: Roman - Bianca Marais, Heike Reissig, Stefanie Schäfer
„Wenn die Leute nicht mit der richtigen Hautfarbe zur Welt kamen, wie sollen wir dann wissen, vor wem wir Angst haben sollten?“
 
Diese Frage stellt sich auch die neunjährige Protagonistin Robin in dem Roman „Summ, wenn du das Lied nicht kennst“ von Bianca Marais, der im März 2018 im Wilhelm Goldmann Verlag erschienen ist. Zum Glück kann ihr die erfahrene Beauty, die durch ein Zufall in ihr Leben gerät bei der Lösung dieser Frage helfen.
 
Die herzzerreißende Geschichte spielt in den siebziger Jahren in Südafrika. Die kleine Robin verliert ihre Eltern, während die Lehrerin Beauty nach ihrer Tochter sucht, die bei einem Schüleraufstand verschwindet. Die beiden Protagonistinnen kommen durch einen Zufall zusammen und freunden sich an. Beauty hilft Robin ihre Trauer um ihre Eltern durchzustehen und ist im Gegensatz zu anderen Menschen schonungslos ehrlich zu dem kleinen Mädchen und so fasst Robin Vertrauen zu der dunkelhäutigen Frau. Doch was passiert wenn Beauty ihre Tochter Nomsa findet? Kann Robin eine weitere Trennung verkraften?
 
Zunächst möchte ich gerne erwähnen wie wunderschön das Cover und die Verarbeitung des Buches ist. Die hochwertigen Materialien fühlen sich einfach so angenehm in den Händen an und sogar das Lesebändchen ist mit so viel Liebe gestaltet, dass ich es einfach nur bei jedem Aufschlagen immer wieder bewundern musste. Dieses Buch ist ein echtes Schmuckstück in jedem Regal.
 
Diese Geschichte hat mich von den ersten Kapiteln in ihren Bann gezogen. Es passieren immer wieder Dinge mit denen ich nicht gerechnet habe und die mich richtig überraschten. Man kann das Buch einfach nicht aus der Hand legen, weil man immer wissen will, wie geht es weiter mit den Personen in dem Buch. Außerdem finde ich es unglaublich gut, dass die zwei Protagonistinnen sehr von den typischen Figuren in einem Buch abweichen, aber trotzdem jede auf ihre Art sehr sympathisch ist. Des Weiteren ist es zu erwähnen, dass Bianca Marais es sehr gut geschafft hat die einzelnen Charaktere auszuarbeiten. Auch Nebencharaktere haben eine starke Persönlichkeit, die die Autorin mit wenigen Worten gut an den Leser bringt.
 
Auch der Sprachstil des Buches hat mir sehr gut gefallen. Zum einen ist dieser sehr einfach, wenn aus der Sicht von Robin berichtet wird und malerisch und fließend in den Kapiteln von Beauty. Der einzige Kritikpunkt, den ich dabei hätte ist, dass sehr oft afrikanische Begriffe und Sätze vorkommen, die den Lesefluss einfach stören und über die der Leser stolpert, weil sie so sehr von der deutschen Sprache abweichen.
 
„Summ, wenn du das Lied nicht kennst“ ist eine wunderbare und herzzerreißende Geschichte, die ich jedem nur weiterempfehlen kann. Es bringt den Leser dazu über sein Weltbild nachzudenken und über Dinge, die im Leben wirklich eine Bedeutung haben. Das Lesen bereitet einfach Freude und die Geschichte hinterlässt einen bleibenden Eindruck, so dass man auch nach dem Lesen ständig daran denken muss.

 

Einseitige Liebe

— feeling confused
Eine Liebe, in Gedanken: Roman - Kristine Bilkau
„Da steht ein Mann auf einem Stuhl, da steht ein Mann, der sie genau betrachtet, da steht eine Mann, der sie sieht, der sie liebt.“
 
Leider konnte ich diesen besagten liebenden Mann in dem Roman von Kristine Bilkau „Eine Liebe, in Gedanken“, der im März 2018 im Luchterhand Literaturverlag erschienen ist, nicht sehen.
 
Die Geschichte spielt die meiste Zeit in Hamburg in den 60er Jahren. Die junge Antonia verliebt sich in Edgar und träumt von einer schönen gemeinsamen Zukunft. Diese Träume können sich jedoch leider nie erfüllen und hinterlassen eine verletzte Frau, die ihre Liebe zu Edgar nie ganz überwunden hat. Nach dem Tod von Antonia trauert ihre Tochter sehr und versucht in Erfahrung zu bringen warum ihre Mutter nicht mit Edgar glücklich werden konnte und warum diese beide Menschen keine gemeinsame Zukunft hatten.
 
Der Beginn des Buches klang für mich so vielversprechend, denn ich erwartete eine Liebesgeschichte, die Zeit und Raum überwinden würde. Leider machte mich das Buch in seinem Verlauf nur wütend, wütend auf die damalige Zeit und auf die Naivität der Frauen. Meiner Meinung nach ging die wahre Liebe nur von Antonia aus, sie liebte Edgar so sehr, dass sie für ihn alles aufgeben würde, ihren guten Job, ihre Wohnung und ihre Familie. Doch Edgar erwiderte diese Gefühle nicht auf die Weise, die Toni verdient hätte und trotzdem trauerte Toni ihm bis zu ihrem Lebensende hinterher und stand so ihrem eigenem Glück im Wege. Man erfährt in dem Buch sehr viel darüber, wie das Bild der Frau in der damaligen Zeit war und kann sich dadurch nur glücklich schätzen in einer anderen Zeit zu leben, in einer Zeit in der Frauen für vollwertig genommen werden und ihr Leben selbstbestimmt leben können.
 
Der Sprachstil des Buches hat mich sehr angesprochen, da er so malerisch und melancholisch war. Die Autorin hat es geschafft mich mit diesem Roman in eine traurige Atmosphäre zu versetzten und die Gefühle der Frauen sehr gut wiederzugeben, so dass man mit den beiden trauern konnte. Eine Sache, die mich wiederum etwas gestört hat und die ich noch in keinem einzigen Buch erlebt habe ist, dass man nicht weiß wie die Tochter von Antonia heißt und somit sich selber ausdenken muss, wer denn nun die Geschichte eigentlich erzählt. Ist es vielleicht sogar Kristine Bilkau selber? Möchte die Autorin diesen Eindruck vermitteln?
 
Ich kann dieses Buch leider nur bedingt weiter empfehlen. Leser, die eine Liebesgeschichte mit Happyend suchen, sollten auf jeden Fall die Finger von diesem Buch lassen. Wer jedoch in einer melancholische und traurige Stimmung versinken möchte, sollte auf jeden Fall zu diesem Buch greifen und wird dadurch belohnt, dass er sehr viel über Deutschland in den 60er Jahren erfährt und wie Frauen damals behandelt und angesehen wurden.

 

Honig für die Seele

— feeling happy
Das Glück kurz hinter Graceland: Roman - Kim Wright, Elfriede Peschel
"Wir alle haben gelernt, die Wahrheit zu verbiegen, kaum dass wir zu sprechen gelernt haben.  Das mag sich schlimm anhören, aber man sollte bedenken, dass die meisten Menschen nur lügen, um etwas zu schützen, was sie lieben, wie ihre Familie oder ihre Würde oder ihren Ruf.“
 
Auf der Suche nach der Wahrheit ist auch die sympathische Protagonistin Cory Beth Ainsworth in dem Roman „Das Glück kurz hinter Graceland“ von Kim Wright, der im März 2018 im Ullstein Buchverlag erschienen ist.
 
Cory ist eine 37 jährige Frau, die in Beaufort, South Carolina lebt und aufwächst. Die meiste Zeit ihres Lebens plagen die hübsche Brünette Zweifel daran, wer ihr richtiger Vater ist. Könnte es gar Elvis Presley sein, mit dem ihre Mutter vor 37 Jahren als Backgroundsängerin aufgetreten ist? Leider ist ihre Mutter, Laura Berry, die von Elvis den Spitznamen Honet Bear bekommen hatte, vor sieben Monaten verstorben und hat damit die Wahrheit mit ins Grab genommen. Cory bleibt also nichts anderes übrig, als sie einen Blackhawk, ein Auto das vermutlich Elvis gehört hat, im Schuppen ihrer Eltern findet, als sich selbst auf die Suche nach der Wahrheit zu machen. Mit dem auffälligen Oldtimer und einem Hund, den sie an einer Raststädte findet, versucht die talentierte Sängerin auf ihrem Roadtrip durch die USA ihrer eigenen Identität näher zu kommen und erfährt dadurch auch viel über ihre verstorbene Mutter.
 
Zu Beginn des Buches habe ich mich auf eine leichte Sommerlektüre eingestellt, doch mein erster Eindruck hat mich getäuscht, den hinter diesem Buch steckt so viel mehr. Der innere Kampf einer Frau und der schwere Weg zu sich selber und zu seiner wahren Persönlichkeit, den wohl viele Leser nachvollziehen werden können. Ich konnte mich sofort mit der Protagonistin identifizieren und durch ihren Humor und ihre Sicht der Dinge ist sie mir sehr schnell ans Herz gewachsen.
 
Die Sprachstill des Buches ist sehr angenehm, da die Autorin kurze und prägnante Sätze verwendet, die oft mit viel Humor und Selbstironie gespickt sind. „Laura und Bradley wären mit einer ganzen Kinderschar fertig geworden, weshalb ich nicht verstehe, warum sie sich mit mir begnügt haben. Ein Gewinn war ich ja nicht gerade.“
 
Auf lange Beschreibungen der Natur wird verzichtet, viel mehr weiß Kim Wright es die Gefühlswelt von Cory sehr gut zu beschreiben, so dass der Leser einen sehr guten Einblick in das Innere der Protagonistin bekommt und all ihre Handlungen genau nachvollziehen kann. Manchmal wird der Leser sogar direkt angesprochen, was mich noch mehr in die Geschichte hineingezogen hat. „Ich weiß, was Sie denken. Sie finden, dass dies ein unpassendes Gespräch zwischen Mutter und Tochter ist, und Sie haben recht.“
 
Außerdem kommen immer wieder Zeitsprünge in die Vergangenheit vor, die aus der Sicht der verstorbenen Mutter erzählt werden. Durch diese Zeitsprünge bekommt der Leser so Hintergrundinformationen, die Cory nicht hat und kann dann nur bangen, dass Cory diesen Wahrheiten selber auf die Schliche kommt. Die Übergänge sind der Autorin sehr gut gelungen, so dass der Leser ganz genau nachvollziehen kann aus welcher Sicht die Geschichte gerade erzählt wird.
 
Ich kann dieses Buch nur weiter empfehlen, denn es hat mich sehr begeistert und positiv überrascht. Zum einen ist das Buchcover sehr schön gestaltet und fühlt sich durch seine Struktur besonders angenehm in den Händen an, als auch die Geschichte selbst einfach Balsam für die Seele ist und einem mit positiver Lebenseinstellung erfüllt. Diese Buch ist nicht nur was für Fans von Elvis Presley, denn auch ich hatte keine Verbindung zu diesem Sänger, sondern auch für Leser, die nicht an Musik interessiert sind. Durch diese Lektüre bekommt man jedoch Lust sich die Musik aus der damaligen Zeit anzuhören und mehr über den King des Rock ’n’ Roll zu erfahren.